Die Lage des Basil’s ist perfekt. Es liegt direkt am Graf-Adolf-Platz und ist somit gut zu erreichen. Laufkundschaft kommt so gut wie keine vorbei. Man muss das Basil’s schon direkt ansteuern.
Das Ambiente ist wunderschön. Stilvolles Mobiliar, dezente Blumendeko, Kerzenlicht und am Wochenende wird live musiziert.
Die Gäste machen den eigentlich Charme des Basil’s aus. C-Promi reiht sich an Berufssohn und Berufssohn reiht sich wiederum an abgemagertem Mädchen im Minikleid (Gürtellänge versteht sich von selbst). Ich bewerte diese Gästekombination allerdings nicht negativ. Im Gegenteil! Gäste dieser Sorte können einem mit ihrer bloßen Anwesenheit den Abend erheitern. Außerdem sind sie ein Garant dafür, dass an den anderen Tischen nie die Gesprächsthemen ausgehen. Wirklich amüsant wird es aber erst, wenn man Gesprächsfetzen dieser ganz speziellen Spezies aufschnappt. Bei unserem letzten Besuch mussten wir (12er Gruppe) einzeln an der Kasse bezahlen und ich konnte hören wie ein Mann mittlerem Alters (Midlifecrisis?) seiner weitaus jüngeren Begleitung etwas in dieser Richtung sagte: “Wenn ich nicht für alle bei mir am Tisch zahlen könnte, würde ich doch zu McDonald’s gehen. Zum Glück habe ich so viel Geld, dass ich nie zu McDonald’s gehen muss!” Unglaublich, aber wahr.
Die Speisen und Getränke sind durchaus solide. Es ist immer für jeden etwas dabei und es ist uns noch nie passiert, dass etwas so gar nicht geschmeckt hat. Bei unserem letzten Besuch hatte ich allerdings das Pech, dass ich ein charakterloses Putensteak mit noch viel charakterloseren Rosmarinkartoffeln bestellt habe. Versteht mich bitte nicht falsch – man konnte es durchaus essen, aber ich hätte es auch mit meinen geringen Kocherfahrungen ähnlich zu Hause zubereiten können. Dieses Putensteak ist auf der Speisekarte ein eindeutiger Ausreißer nach unten und an Einfallslosigkeit kaum zu übertreffen. Zum Glück lassen sich auf der Speisekarte noch weitaus gelungener Gerichte finden. Empfehlenswert sind z.B. die Fettucine mit Rinderfiletspitzen und die Dorade Royal vom Grill.
Im Service liegt die eigentliche Schwäche des Basil’s. Einige Servicekräfte scheinen sich für Gott persönlich zu halten und dies lassen sie Kunden, die nicht zur Stammkundschaft zählen, deutlich spüren. Gläser werden nicht abgeräumt, Cola Faschen werden ganz ohne Gläser gereicht, es erhalten nicht alle Gäste am Tisch ein Wasserglas, es wird nicht gefragt, ob noch eine Nachspeise erwünscht ist und es passiert schon mal gerne, dass man 45 Minuten ohne jedes Getränk am Tisch sitzt. Alle zuvor aufgeführten Kritikpunkte am Service sind mir persönlich bereits zweimal widerfahren. Beim ersten Mal an einem überfüllten Samstag. An diesem Tag hat sich der Chef persönlich bei uns entschuldigt. Diese Entschuldigung haben wir angenommen und vermutet, dass unser Kellner an einem so vollen Abend einfach etwas überfordert war. Beim zweiten Mal hat sich dieses ganze Szenario an einem Donnerstag wiederholt. Das Restaurant war nur halb gefühlt. Ich kann mir beim besten Willen nicht einreden, dass der Kellner auch an diesem Abend überfordert war. Einschränkend muss ich wohl ergänzen, dass nicht alle Kellner im Basil’s unfähig sind. Es gibt tatsächlich auch sehr nettes Personal. Leider kann man sich seinen Kellner nicht aussuchen.
Konsequenz? Ich werde das Basil’s nicht mehr betreten. Die anderen 11 Personen, die den letzten Abend dort mit mir verbracht haben, werden das Basil’s auch nicht mehr betreten. Warum sollte ich mich wie ein Mensch zweiter Klasse behandeln lassen und dafür auch noch bezahlen? Da das Basil’s einen großen Kreis an Stammkundschaft hat, die zum großen Teil nicht dort hingehen um gut zu essen, sondern viel mehr um gesehen zu werden, wird sich vermutlich auch nichts am Service ändern. Das Basil’s hat es nicht nötig. Schade!
Übrigens scheinen unsere Erfahrungen kein Einzelfall zu sein. Wenn man nach Basil’s googlet, kommt an zweiter Stelle direkt dieser lustige Erfahrungsbericht und eine weitere gelungene Beschreibung des Basil’s ist auf www.Topf-Loeffel.de zu finden.